Die Welt. 13.6.2003

Liz Crossley

Presseseite der Galerie Peter Herrmann


Liz Crossley in der Galerie Peter Herrmann

von Veit Stiller

Flaches, weites Land mit welliger roter Erde. Spärlich deckt gelber oder grünlicher Flaum hier und da ein Hügelchen, und wie eine Barriere steht am Horizont eine schwarz-blaue Reihe Berge vor milchigem Himmel. Man spürt förmlich die sengende Hitze, unter der die Erde wie ein faltiges, blutverkrustetes Tischtuch erscheint.

"This was a City" nannte Liz Crossley das großformatige Bild, das ihrer Ausstellung in der Galerie Peter Herrmann den Titel gab. Das ebenso große Gemälde, das daneben die Wand ziert, erscheint auf den ersten Blick als gelbliche Sandwüste im Dämmer, entpuppt sich aber schnell als riesige Weite, auf der gebückte Gestalten, in allen Nuancen von blassem Chrom-gelb bis zu kräftigem Braunocker, etwas suchen. Nahrung - oder Gold und Diamanten? Vergangenheit oder Zukunft? Sich selbst?

Liz Crossley, 1949 in Kimberley, Südafrika geboren, verließ aus politischen Gründen 1973 ihre Heimat und lebte in England, bis sie 1986 nach Berlin kam. Ihre Bilder sind symbolgeladener Ausdruck ihrer fortwährenden Suche, auch nach ihrer Heimat. Preise zwischen 100 Euro für kleine Papierarbeiten und 8000 für das Titel-Bild.

Torstraße 218, Mitte; bis 21. 06. Di.-Fr.14-19, Sa 11-16 Uhr. U-Bahn Oranienburger Straže oder Rosenthaler Platz

Artikel erschienen am 13. Jun 2003