Reiter mit Schild und Lanze.
Pferd und Reiter sind Teilnehmer an einem der zahlreichen Reiterfestspiele der Sahelzone. Hier ein Beispiel aus Burkina Faso, bei das Pferd aufwendig geschmückt ist. Hals, Brust und Vorderbeine sind behängt mit Schmuck aus verschiedenen Materialien.
Runde Applikationen harmonisieren mit dem Schild. Sehr auffällig ist die halbkreisförmige Verzierung über dem Kopf mit Kugeln, die eventuell als Rasseln ausgearbeitet sind. Das Zaumzeug besteht lediglich aus aus Seilen und das Pferd wird ohne Sattel geritten.
Der Reiter mit Kinnbart trägt eine bescheidene Mütze wohl als Helm verstärkt und ist an Hals und Hüfte mit denselben Schnüren als Verzierung behängt wie das Zaumzeug. Das gelängte, überproportionierte Gesicht ist ein für diese Gegend im Sahel typisches Stilmerkmal. Mund und Augen sind stark betont.
Die Skulptur hat eine schön gereifte Alterspatina. Da das Pferd am Unterbauch nach innen geöffnet ist, konnten Proben zur Altersbestimmung von dort entnommen werden. Ebenso fanden sich noch Gusskernreste im Schritt des Reiters und in den Rillen des Hutes.
Ein selten wertvolle, wunderbar ausgearbeitete Reiterfigur aus dem 18. Jahrhundert. |